Historie

„Wir machen alles das, was es im Karosseriebau nicht von der Stange gibt und da gibt es kaum etwas, was wir nicht könnten. Praktisch könnten wir zu unserem Karosseriebau auch ein Schiff bauen,“ betonen Senior Paul Stolle und Junior Paul-Eric Stolle. „Früher wurden bei uns komplette Fahrzeuge aufgebaut, doch das rechnet sich heute nicht mehr. Wir setzen deshalb unsere Erfahrungen und unser Wissen ein, um Spezialauf- und ausbauten für unsere Kunden zu realisieren, die in einer Massenfertigung nicht zu machen sind. Unser Spezialwissen ist die Basis auf dem unser Unternehmen nunmehr seit 75 Jahren auf festen Füßen steht.“ Begonnen hatte alles am 1. Januar 1928 in Hannover-Linden. Hier gründete Paul Stolle, der Vater des jetzigen Inhabers mit einem Partner einen Karosseriebaubetrieb mit 14 Mitarbeitern, deren Zahl ständig zunahm. Natürlich wurden auch Lehrlinge ausgebildet.

Reine Handarbeit vor 75 Jahren

Man fertigte zu Beginn der Firmengeschichte PKW-Aufbauten auf Fahrgestelle verschiedener Marken, hauptsächlich auf Fordbasis. Damals bestand die Konstruktion noch aus Eichen- oder Eschenholz. Die Beplankung wurde aus Stahlblech per Hand getrieben. „Da wusste man, was man den ganzen Tag getrieben hatte“, erinnert sich Paul Stolle. „Das war eine sehr anstrengende Knochenarbeit“. Die Karosserien wurden nach Kundenwunsch gefertigt. Zeichnungen und Entwürfe erstellte der Firmengründer noch ganz persönlich. Damals wurden noch alle Teile im eigenen Betrieb gefertigt. Dazu gehörten Kotflügel, Trittbretter, Sitze und Verdecke. Auch die Lackierung wurde mit Schleiflack im eigenen Hause ausgeführt. Und so vielfältig wie die Aufgaben, waren auch die Qualifikationen der Mitarbeiter. Unter ihnen waren Schlosser, Klempner, Stellmacher, Sattler und Lackierer.

Das Unternehmen entwickelte sich positiv und es wurden die ersten Omnibusse gebaut, nach dem die Fertigung von PKW-Karossen ausgelaufen war. Zum Lieferumfang gehörten nun auch Pritschen- und Möbelwagenaufbauten, LKW- Fahrerhäuser, Verkaufs- und Ausstellungsfahrzeuge.

Auch für die Firma Stolle brachte der 2. Weltkrieg nachhaltige Veränderungen mit sich. Nach dem Ende des Krieges begann man zunächst mit Reparaturen an deutschen Fahrzeugen und am Fuhrpark der damaligen Besatzungsmacht. Doch die Zeiten besserten sich und Omnibusse auf Mercedes-Fahrgestellen brachten ein neues und sehr erfolgreiches Standbein. So konnte man in den fünfziger Jahren nicht nur rund um Hannover in Omnibussen reisen, die von der Firma Stolle aufgebaut waren. Da aber in den folgenden Jahren Omnibusaufbauten zunehmend von den einschlägigen Fahrgestellherstellern in eigener Fertigung hergestellt wurden, musste man sich neue Auftragsquellen erschließen. So klopften Vorkriegskunden vom Bestattungsgewerbe bei Stolle an und gaben ihre privatgenutzten PKW in Auftrag, um sie in Bestattungsfahrzeuge zu verändern. Das bedeutete in der Anfangsphase viel Improvisation und Kreativität.

Spezialität: Individuelle Karosserie-Auf- und ausbauten

Aus der reinen Aufbaufertigung entwickelte sich in den nächsten Jahren der Ausbau für Spezialzwecke. Heute beschäftigen sich die rund 25 Mitarbeiter in der Werkstatt und im kaufmännischen Bereich mit dem Ausbau von Fahrzeugen der Feuerwehr, des Rettungsdienstes, der Justiz, des Rundfunks aber auch privater Nutzer.

Zum Leistungsumfang der Firma Stolle GmbH an der Vahrenwalder Straße gehören der Karosseriebau und Spezialaufbauten, Radstandsverlängerungen, Einbrennlackierungen und Beschriftungen. Es gibt eine LKW- und PKW- Richtanlage. Eine Sattlerei realisiert den Innenausbau wie Polsterung von Sitzen und Verkleidungen und natürlich gehört auch eine Kunststoffverarbeitung dazu, die besonders beim Ausbau von Fahrzeugen für den Frischdienst zum Tragen kommt. Unfallreperaturen für PKW, LKW und Busse werden durchgeführt und man handelt auch mit Fahrzeugen der unterschiedlichsten Marken.

„Zurückblickend und als Resümee kann man sagen, das für einen Karosseriebetrieb nichts unmöglich ist. Sei es nun zu Lande, zu Wasser oder in der Luft“, betonen Paul Stolle und Paul-Eric Stolle.